Freya

Freya ist eine der bedeutendsten germanischen Gottheiten und ähnlich wie Odin hat sie viele Facetten. Sie wird nicht nur in Liebesdingen angerufen, sondern ist auch die Göttin der Heilkunde und Magie und nicht zuletzt auch Schlachtengöttin.

Drei Feste im Jahr sind ihr geweiht. Das Fröblot, das Osterfest und das Maifest.
Zur Zeit des Fröblot gibt die winterliche Erdgöttin Hel ihr Zepter an die frühlingshafte Erdgöttin ab. Gerdr, eine schöne, aber riesische Frau zeigt die Fruchtbarkeit und Blüte, die die Erde schon jetzt in sich trägt, gleichzeitig aber noch die Umklammerung des Winters, deutlich an ihrer Abstammung.

Zum Osterfest hat seinen Namen von dem althochdeutschen Ostara (angelsächs. Eostre) und bezeichnet eine heidnische Frühlingsgöttin, die in ihrer Ausprägung viele Ähnlichkeiten mit der Göttin Freya hat. Zum Osterfest gibt die frühlingshafte Göttin dem Werben des jugendlichen Sonnengottes Freyr nach und zum Maifest wird Hochzeit gehalten. Frey und Freya sind das Hochzeitspaar; das Maifest ist auch das Fest der Liebespaare und übertrifft an Extase und Freizügigkeit alle anderen Feste.

Freya stammt aus dem Göttergeschlecht der Wanen, sie ist die Tochter des Niörd und Schwester des Freyr, in früheren Überlieferungen auch seine Ehefrau, da bei den Wanen die Geschwisterehe erlaubt war. Überhaupt ranken sich allerlei Geheimnisse um die Wanen, sie sind gerade in der späten Überlieferung nicht so präsent wie die Asen, gleichwohl nicht weniger wichtig, wie ein Blick in die Völuspa zeigt. Viele Gottheiten, deren Abstammung ungekärt ist, wie Tyr oder Heimdall, dürften wanischer Herkunft sein.

Das zähe Werben der Frühlingssonne um die Frühlingserde, das Erhören der Bitten und schließlich die Hochzeit bezeugen den Wandel von Sonne und Erde von Dämmerlicht und kargem Land zu üppiger Frucht und kraftstrotzendem Schein und stellen daher auch die zentralen Ereignisse in den ersten drei Jahresfesten dar.

Wie oben erwähnt, hat Freya viele Facetten. Eine davon ist ihre Eigenschaft als Heilerin. Neun Gehilfinnen, die neun Heilgöttinnen, sind zuständig für alle Arten von Krankheiten und Gebrechen. Auch das Seidr, die wanische Zauberkunst, beherrscht sie wie alle Wanen und wird natürlich besonders in Liebesdingen angerufen. Geweiht ist ihr übrigens die bekannte Pflanze Hanf. Der Aspekt als Schlachtengöttin wird im Grimnirsmal 14 erwähnt, in dem es heißt, daß Folkvang Freyas Saal sei und sie die Hälfte der Gefallenen wähle, während die andere Hälfte Odin zufiele.

Attribute von ihr sind der Wagen, der von Katzen gezogen wird, ein Falkengewand (wie bei Frigg) und das Brisingamen, ein Halsband, das ihre Schönheit, sie wird als tränenschöne Göttin bezeichnet, noch unterstreicht.

Freya hat wie Odin viele Escheinungsformen, ist Mond- und Himmelsgöttin, sie zieht über den Nachthimmel, versucht sich in Zauberei und Heilkunst und hat einen Freiheitsdrang, der sie ruhelos macht. Sie ist nicht so erdhaft wie die Erdgöttinnen Frigg und Hel, aber dieser Teil von ihr, die blühende Frühlingserde ist doch ein wichtiger Wesenszug.

Freya zu erfahren gelingt uns wohl am besten auf einer Lichtung, in mildes Mondlicht getaucht wenn der süße Geruch des erwachenden Waldes um uns ist und ziehende Vögel vor den Sternen des Nachthimmels unsere Sehnsucht wecken.

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